Fraglicher Nutzen

Hoher Eingriff, geringer Ertrag: An diesem Standort müssen Windräder wochenlang abgeschaltet werden – gesetzlich vorgeschrieben und wirtschaftlich fragwürdig.

Sie machen sich Sorgen um unsere Wälder, Tierwelt und das Landschaftsbild in Eitorf und Ruppichteroth?

Werden Sie aktiv – schließen Sie sich der Bürgerinitiative GEGENWIND an!

Wenig Wind – hoher Schaden

Auch wenn Windkraft zweifellos ein wichtiger Bestandteil der Energiewende ist, bedeutet das nicht, dass jede Region automatisch zur Errichtung von Windkraftanlagen geeignet ist.

Im Gebiet Nutscheid/Schmelztal/Derenbachtal – geprägt durch Mittelgebirgslagen, wechselhafte Windverhältnisse und ausgedehnte Waldflächen – sind die Voraussetzungen für eine effiziente Windstromproduktion nur bedingt gegeben. Die Windhäufigkeit liegt deutlich unter der klassischer Windregionen wie der Küste; selbst moderne XXL-Anlagen liefern hier nur einen Bruchteil ihres theoretischen Ertrags. Der ökologische Preis steht in keinem Verhältnis zum energetischen Nutzen.

Zudem fehlt es an der nötigen Infrastruktur: Ein leistungsfähiges Umspannwerk existiert nicht. Stromausfälle, bedingt durch das vorhandene Umspannwerk “Hasenbach”, sind in der Region seit Jahren bekannt. Es gibt keine ausreichenden lokalen Speicherkapazitäten, während der gewerbliche Bedarf durch Industrieabwanderung in Eitorf sinkt. Auf dem Gebiet der Gemeinde Ruppichteroth existiert überhaupt keine nennenswerte Industrie. Viele Privathaushalte sind durch eigene Photovoltaik bereits gut versorgt. Es entsteht etwas, das lokal nicht gebraucht wird – aber dem Betreiber Gewinn verspricht.

Besonders kritisch: Der Rhein-Sieg-Kreis ist ein nachgewiesenes Hauptverbreitungsgebiet des streng geschützten Rotmilans. Studien belegen die besondere Dichte in dieser Region. Damit sind langwierige Abschaltungen der Anlagen im Sinne des Artenschutzes wahrscheinlich – was den ohnehin geringen Ertrag weiter schmälert und die Frage aufwirft, wem dieser Ausbau eigentlich nützt.

Rotmilan, Schwarzstorch und Fledermaus als Betriebshindernis

Windkraftanlagen in unserer Region können nicht durchgängig betrieben werden.

Der Grund: Die Nähe zu Brutplätzen streng geschützter Greifvögel – insbesondere des Rotmilans – verpflichtet Betreiber dazu, ihre Anlagen während bestimmter Zeiten im Jahr teilweise oder vollständig abzuschalten.

1) Die Nutscheid ist bekannterweise ein Gebiet, in dem viele Fledermäuse heimisch sind, es ist eine Nachtabschaltung vom 01.04. bis 31.10. im Sinne phänologiebedingten Schutzes vorgegeben.

2) Laut Artenschutzvorgabe sind die Anlagen vom 15.06. bis 31.07. auch tagsüber abzuschalten, um den Rotmilan und andere geschützte Vogelarten nicht zu gefährden.

3) Ganzjährig ist eine Abschaltung bei Annäherung des Rotmilans oder bei Durchführung von Mäharbeiten einzuleiten (Feldbestellung im März, Ernte im September).

4) Bei zu starkem oder zu schwachem Wind ist eine Abschaltung vorzunehmen (nicht standortspezifisch, aber erwähnenswert, da die Windausbeute in der Region ohnehin unbefriedigend ist).

5) Bei Schattenwurf über 30 Minuten täglich bzw. kumuliert über 30 Stunden im Jahr müssen die Anlagen ebenfalls abgeschaltet werden. Die Auswirkung dieser Restriktionen sind dem Betreiber offenbar nicht klar. Nördlich der Flächen in Eitorf wohnen im Weiler Baumhof Betroffene, deren Grundstück bogenförmig auf der Südseite von insgesamt mindestens neun Windrädern in einem Abstand von 600 – 700 m umschlossen wäre, die allesamt im Tagesverlauf ihre Schatten auf diese Liegenschaft werfen. Es handelt sich hier um die südlichste Besiedelung vor den Hauptgebieten in Eitorf, die man offenbar bei den Plänen zur Flächenausweisung entweder übersehen hat oder in ihren Auswirkungen auf die Windenergienutzung in diesen Flächen völlig außer Acht ließ. Man muss somit bei einem sonnigen Start ins Jahr davon ausgehen, dass nach zwei, spätestens drei Monaten eine Zwangsabschaltung der Anlagen am Tag für den Rest des Jahres erfolgen muss, wobei schon im Januar an Sonnentagen durch Zwangsabschaltung keine ganztägige Nutzung mehr möglich sein dürfte, wenn die 30 Tagesminuten überschritten werden.

ARTE-Doku: Der Rotmilan und die Windkraft

Tierfilmer Andreas Kieling zeigt eindrücklich, wie Windkraftanlagen zur Gefahr für streng geschützte Arten wie den Rotmilan werden können. Die Doku beleuchtet die Konflikte zwischen Energiewende, Naturschutz und Lebensqualität im ländlichen Raum.

Fragen und Antworten

Nur eingeschränkt. Die Windverhältnisse in dieser Mittelgebirgslage sind deutlich schwächer als in typischen Windkraftregionen wie der Küste. Dadurch fallen die möglichen Stromerträge geringer aus – bei gleichem baulichem Aufwand und Flächenverbrauch.
Nein, in der Regel nicht. Der produzierte Strom wird meist in überregionale Netze eingespeist und muss über weite Strecken transportiert werden – mit entsprechenden Energieverlusten. Die betroffene Region trägt die Belastung, profitiert aber kaum direkt vom erzeugten Strom.
Die Technik entwickelt sich weiter, aber grundlegende Standortnachteile bleiben bestehen. Ohne ausreichenden Wind und mit naturschutzbedingten Abschaltungen bleibt die Effizienz auch für moderne Anlagen begrenzt. Zukunftsversprechen ändern nichts am aktuell geringen Nutzen bei hohem Eingriff.
Bei Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h an der Spitze eines 85 m langen Windradflügels wird kein Antikollisionssystem wirksam helfen können, da ein Abbremsen der Flügel nicht schnell genug erfolgt.
Werden Sie aktiv gegen den Ausbau der Windindustrie in unseren Wäldern.

Gemeinsam unsere Heimat schützen!

Ob als Unterstützer, Spender oder Mitstreiter – Ihre Stimme zählt. Helfen Sie uns, die Natur in der Nutscheid zu bewahren und klare Signale an Politik und Investoren zu senden.