Windkraft – Wunsch und Wirklichkeit
Veranstaltung „Windkraft: Wunsch und Wirklichkeit“ – Volles Haus im Eitorfer Bürgerzentrum – Fakten, Fragen und klare Worte zur Energiewende
Eitorf – Vor vollbesetztem Saal im Bürgerzentrum Eitorf fand am Freitag, den 04. Juli 2025, die Informationsveranstaltung „Windkraft: Wunsch und Wirklichkeit“ statt. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative Gegenwind Eitorf-Ruppichteroth, die sich für den Erhalt des Waldes und gegen den Bau von XXL-Windkraftanlagen in der Naturregion Nutscheid einsetzt. Die Gastgeber Sabine Wielpütz-Böckerler und Ralph Lorenz begrüßten die Gäste mit klaren Worten und luden zu einem Abend des sachlichen Austauschs ein.
Ralph Lorenz eröffnete mit einem bemerkenswerten Zitat von Angela Merkel aus dem Jahr 2005: „Irgendwann wird es so viele Profiteure der Windkraft geben, bis sie niemand mehr hinterfragt.“ – Heute, so Lorenz, seien wir genau dort angekommen.
In seinem einführenden Beitrag skizzierte er die Entwicklung der letzten Jahre und erinnerte an die Ursprünge des Nachhaltigkeitsbegriffs, wie ihn Carl von Carlowitz im 18. Jahrhundert prägte: Es dürfe nie mehr Holz entnommen werden, als nachwächst. Auch sogenannte Kalamitätsflächen – also durch Trockenheit oder Borkenkäfer geschädigte Waldstücke – seien laut Waldgesetz weiterhin Wald und sollten es bleiben. Die Funktionen des Waldes – Holzproduktion und Nutzung, Erholung, Sauerstoffproduktion, Wasserfilterung, CO₂-Speicherung und Lebensraum – seien unvereinbar mit der Nutzung als Industrie- oder Energiefläche.
Die Bürgerinitiative zeigte sich entschlossen: „Wir sind Menschen verschiedenster Herkunft, Berufe und politischer Überzeugungen – was uns eint, ist die Liebe zur Region und der Wille, unsere Heimat zu bewahren.“
Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, zweiter Vorsitzender der Bundesinitiative VERNUNFTKRAFT. Der promovierte Ingenieur, der wissenschaftlich publiziert, beleuchtete die Problematik der Windkraft mit fundierten Daten. Er stellte klar, dass Windenergie nur etwa 5 % zum gesamten Energieverbrauch beitrage und wetterbedingt extrem schwankend sei.
„Selbst wenn wir die Zahl der Windräder verdoppeln, retten wir kein Klima“, so Ahlborn. Eine sichere Stromversorgung sei mit Windkraft unmöglich, weil es nach wie vor keine effizienten Speicher gebe. Das immer wieder gepriesene Power-to-Gas-Verfahren bezeichnete er als „Energievernichtung“ – physikalisch ineffizient und wirtschaftlich nicht tragfähig.
Sein Fazit: „Die Energiewende ist ohne Speicher nicht machbar – und mit Speichern nicht bezahlbar.“
Ein beeindruckendes Anschauungsmodell präsentierte anschließend Henning Meyer, Unternehmer aus Ruppichteroth. An einer maßstabsgetreuen 1:100-Darstellung zeigte er die gigantischen Ausmaße moderner Windkraftanlagen im Verhältnis zu Wohnhäusern und Menschen. Im abgedunkelten Raum wurde mit LED-Licht der Schattenwurf simuliert, der die Belastung für Anwohner eindrücklich sichtbar machte.
Im offenen Austausch im Anschluss wurden zahlreiche Fragen gestellt, kritische Gedanken geäußert und persönliche Erfahrungen geteilt – von den Veranstaltern ausdrücklich gewünscht. Auffallend war die Abwesenheit politischer Vertreter – bis auf eine Ausnahme blieb der Gemeinderat fern. Auch die Vertreter der Energie-Agentur verließen die Veranstaltung frühzeitig – ohne öffentliche Stellungnahme.
Fazit: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg – informativ, sachlich und eindrucksvoll. Offene Fragen blieben: Woher soll das Lithium für die versprochenen Speicher kommen? Wer profitiert wirklich – und wer zahlt am Ende die Rechnung? Die Zahlen sprechen für sich: Allein 2019 wurden 700 Millionen Euro für Strom gezahlt, der nie produziert wurde. Die volkswirtschaftlichen Schäden summieren sich laut Ahlborn jährlich auf bis zu 25 Milliarden Euro – finanziert durch die Allgemeinheit.
Die Bürgerinitiative Gegenwind Eitorf-Ruppichteroth kündigte an, weiterhin mit Herz, Verstand und Offenheit für den Schutz der heimischen Wälder einzustehen.
